Erfolg auf dem US-Markt erfordert immer häufiger den Aufbau einer Produktion vor Ort. Zentral dabei: die Wahl eines geeigneten Finanzierungspartners, der die Anforderungen in den USA mit den Bedürfnissen deutscher Unternehmen zusammenbringen kann.

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Die USA bleiben für deutsche Unternehmen einer der wichtigsten und attraktivsten Auslandsmärkte – trotz politischer Unsicherheiten und konjunktureller Schwankungen. Die Innovationskraft und die Größe des Binnenmarkts machen die USA immer noch zum „Place to be“ für viele deutsche Exporteure und Investoren. Schließlich wächst die US-Wirtschaft weiter: In den USA hat das BIP 2024 um 2,8% zugelegt, während die Wirtschaftsleistung in Deutschland im gleichen Zeitraum einen leichten Rückgang zu verzeichnen hatte. Auch für 2025 erwarten Ökonomen des IWF ein Wachstum von 1,8% in den USA.

Sowohl als Außenhandelspartner als auch als Investitionsstandort für deutsche Unternehmen ist die Bedeutung der USA kaum zu überschätzen. Die starke Präsenz deutscher Investitionen zeigt sich insb. im Vergleich zu anderen Märkten: Die deutschen Direktinvestitionen in den USA beliefen sich Ende 2023 auf etwa 436 Mrd EUR Euro – das entspricht rund 27% aller deutschen Auslandsinvestitionen. Deutschland ist der drittgrößte ausländische Direktinvestor in den USA, wobei 50% der Investitionen in den Fertigungssektor fließen. Damit sind die Vereinigten Staaten der wichtigste deutsche Investitionsstandort außerhalb Europas – noch vor dem Euro-Raum.

Weiterhin relevant für deutsche Unternehmen

Diese große Bedeutung des US-Marktes als Absatzmarkt erklärt, warum viele deutsche Unternehmen dort auch unter zweifelsohne erschwerten Bedingungen weiterhin aktiv bleiben wollen – den Unsicherheiten durch Zoll- und Migrationspolitik sowie konjunkturelle Schwankungen zum Trotz. Vier wesentliche Faktoren machen den US-Markt weiterhin attraktiv: Niedrigere Energiekosten tragen zu höherer Kosteneffizienz in der energieintensiven Produktion bei. Der

Zugang zu einem einzigartig großen und vielfältigen Konsumentenmarkt sowie zu hochliquiden Finanzmärkten wird durch einen transparenten und etablierten regulatorischen Rahmen geordnet, der das makroökonomische Wachstum unterstützt. Nicht zuletzt bieten die USA Zugang zu führenden Technologieunternehmen und Innovation-Hubs, die anderen Unternehmen technologische Fortschritte in den eigenen Geschäftsfeldern ermöglichen.

Speziell für deutsche Unternehmen kommt ein weiterer Vorteil hinzu: „German Engineering“ genießt in den USA einen exzellenten Ruf. Deutsche Produkte und Technologien werden immer noch als besonders zuverlässig, innovativ und hochwertig wahrgenommen – v.a. in den Bereichen Maschinenbau, Automobilindustrie, Chemie sowie Medizintechnik.

Wettbewerbsvorteil lokale Wertschöpfung

Um die Marktchancen auf der anderen Seite des großen Teichs weiterhin nutzen zu können, bauen deutsche Unternehmen nun verstärkt eine eigene Produktion in den USA auf. Ein zentraler Treiber dafür ist die Industriepolitik der US-Regierung, die durch Programme wie den Inflation Reduction Act und die „Buy American“-Regelungen den Aufbau und Erhalt von Produktionskapazitäten im eigenen Land massiv fördert – eine Politik, die die Regierung Trump II nicht erfunden hat, aber mit Vehemenz fortführt.

Unternehmen, die vor Ort produzieren, profitieren nicht nur von staatlichen Anreizen und Fördermitteln, sondern sichern sich auch einen besseren Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen und Großaufträgen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die US-Zollpolitik. Importzölle und administrative Hürden machen es für ausländische Unternehmen zunehmend unattraktiv, ausschließlich aus dem Ausland in die USA zu liefern.

Lokale Wertschöpfung wird so zum klaren Wettbewerbsvorteil: Wer in den USA produziert, kann Zölle vermeiden, Lieferzeiten verkürzen und flexibler auf Kundenwünsche reagieren. Zudem erwarten viele amerikanische Geschäftspartner eine Produktion vor Ort, um Lieferkettenrisiken zu minimieren – und weil es eben komfortabel ist. Schon eine Telefonnummer mit mehr als den in den USA üblichen zehn Ziffern kann im Zweifel zum Handelshemmnis werden.

US-Banken: Zurückhaltung gegenüber ausländischen Unternehmen ohne amerikanische Historie

Beim Aufbau einer lokalen Produktion in den USA ist die Wahl der richtigen Bank vor Ort eine strategisch wichtige Entscheidung. Deutsche Mittelständler, die in ihren Branchen anerkannt sind, aber international noch keinen großen Namen haben, sehen sich beim Schritt auf den US-Markt gelegentlich mit einer besonderen Hürde konfrontiert: US-Banken zeigen Zurückhaltung gegenüber ausländischen Unternehmen, die noch keine lange US-Historie vorweisen können. Daher ist die Zusammenarbeit mit einem Finanzierungspartner, der die Besonderheiten beider Märkte kennt und versteht, oft der entscheidende Vorteil.

Ein Beispiel: Wer in den USA Aufträge von staatlichen bzw. öffentlichen Stellen erhalten will, benötigt häufig einen sog. Stand-by Letter of Credit (SBLC). Rechtlich nichts anderes als eine Art Akkreditiv, handelt es sich beim SBLC um eine Garantiezusage einer US-Bank. Allerdings löst sie nicht direkt bei Vorlage der Dokumente eine Zahlungsverpflichtung der Bank aus, sondern soll dem Auftraggeber im öffentlichen Sektor die Sicherheit bieten, dass das beauftragte Unternehmen seinen vertraglichen Verpflichtungen nachkommt. Ohne einen solchen SBLC ist die Teilnahme an vielen öffentlichen Ausschreibungen in den USA nicht möglich. Für deutsche Unternehmen in den USA ist es daher wichtig, eine Bank an der Seite zu haben, die mit diesem Instrument vertraut ist und die Garantie schnell und zuverlässig bereitstellen kann.

Brücke nach Übersee

Vor diesem Hintergrund ist die Kombination der LBBW aus lokaler Präsenz einer Bank mit US-Lizenz und Expertise im deutschen Markt der Schlüssel zum Erfolg. Eine US-amerikanische Vollbank als Finanzierungspartner erfüllt alle bankaufsichtlichen Anforderungen und regulatorischen Vorgaben der USA. Das schafft Vertrauen bei amerikanischen Geschäftspartnern und Behörden. Deutschen Unternehmen wiederum ermöglicht ein solcher Finanzierungspartner einen reibungslosen Zugang zu Finanzdienstleistungen, die für den US-Markt maßgeschneidert sind. Gleichzeitig profitieren Kunden von der engen Verbindung zum deutschen Markt und dem Know-how über die Besonderheiten des deutschen Mittelstands, seine Anforderungen und Geschäftsmodelle.

Im von komplexen regulatorischen Rahmenbedingungen und einer hohen Erwartung an Compliance geprägten US-Markt agieren Banken wie die LBBW als Brückenbauer zwischen beiden Märkten. Dank ihrer US-Vollbanklizenz kann die amerikanische Niederlassung der LBBW individuelle Finanzierungen anbieten, die sowohl den US-Regularien als auch den Erfordernissen deutscher Unternehmen gerecht werden. Nicht zuletzt ist die LBBW aufgrund ihres starken Kreditratings ein gefragter Emittent von SBLCs.

Hub für den gesamten amerikanischen Kontinent

Mit einem Team aus US-Amerikanern und Deutschen bietet das Corporate Banking Team in New York umfassende Beratung und Betreuung für deutsche Unternehmen. Ob Fragen zum Markteintritt, ausgewählte Wirtschaftsinformationen, allgemeine Informationen zu aktuellen Marktbedingungen und regulatorischem Umfeld sowie Kontaktvermittlung zu lokalen Netzwerken, Behörden und Dienstleistern: Seit mehr als 25 Jahren agiert das Corporate Banking der LBBW als Hub für den gesamten amerikanischen Kontinent – und bleibt dabei bei aller US-Orientierung immer in engem Austausch mit der deutschen Muttergesellschaft. Unterstützung erhält das Corporate Banking Team der LBBW NY durch eine neu gegründete Einheit im Head Office, die als Schnittstelle zwischen den Kunden im DACH-Raum und den Auslandseinheiten der Bank agiert.

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