China hat den Ausbruch der Virusepedemie im ersten Quartal 2020 recht schnell eindämmen können. Die Wirtschaft konnte im Gesamtjahr 2020 sogar zulegen und kann den Vorsprung 2021 noch ausbauen.

Deutsche Exporte nach China

(Veränderung gegenüber Vorjahr in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Handel mit China nimmt deutlich zu

Die deutschen Exporte nach China steigen weiter. Im April 2021 legten sie um 16,0% gegenüber dem Vorjahr zu. Für das ersten vier Monate 2021 steht ein Plus von 20,8% zu Buche. Im Jahr 2020 waren die deutschen Exporte nach China lediglich 0,1% hinter dem Vorjahreswert zurückgeblieben. Die deutschen Importe aus China stiegen 2020 um 5,6%. Im April 2021 erhöhten sie sich um 13,3% und von Januar bis April insgesamt um 21,5%.

Der Einbruch der chinesischen Konjunktur infolge der Virusepedemie hatte die chinesische Nachfrage bereits im Februar 2020 spürbar verringert. Erst im Juni 2020 erholten sich die deutschen Exporte wieder und stiegen um 15,4% gegenüber dem Vorjahr. Die Aussichten für die Exportentwicklung sind aufgrund der reduzierten Vergleichswerte weiterhin sehr positiv. Die Zuwachsraten fallen jedoch etwas geringer aus.

Chinas Wirtschaft wächst kräftig

Chinas schnelle Erholung geht in einen stabilen Aufschwung über. Das Land konnte im ersten Quartal 2021 ein reales Wirtschaftswachstum von 18,3% verbuchen. Im gleichen Quartal des Vorjahres war die chinesische Wirtschaftsleistung aufgrund der drastischen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus noch um 6,8% gesunken. Im zweiten Quartal 2020 folgte jedoch bereits ein Anstieg des realen BIP um 3,2% gegenüber dem Vorjahr, der sich im zweiten Halbjahr noch verstärkte. Das führte zu einer beachtlichen Zunahme des realen BIP um 2,3% im Jahresdurchschnitt 2020.

Die auch für deutsche Hersteller wichtigen Automobilverkäufe in China erhöhten sich im ersten Quartal 2021 um 75,6% gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Quartal 2020 waren sie um 45,2% gegenüber dem Vorjahr gesunken. Allerdings liegen die Zulassungszahlen von Januar bis März 2021 noch um 3,5% unter denen im ersten Quartal 2019. Die Neuzulassungen von Fahrzeugen in China hatten sich bereits 2019 um 9,5% verringert.  2020 gingen die Neuzulassungen in China um 6,1% zurück.

Der chinesische Außenhandel konnte im ersten Quartal 2021 deutlich zulegen. Die Exporte erhöhten sich um 49,0% und die Importe um 28,0% gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Bereits im Jahr 2020 lief der Außenhandel erstaunlich robust: Die Exporte stiegen auf US-Dollar-Basis um 3,6%, die Importe gingen um 1,1% gegenüber dem Vorjahr zurück.

Konflikt mit den USA könnte sich verschärfen

Der Machtkampf zwischen den USA und China geht in die nächste Runde, nachdem China Hongkong durch ein neues Sicherheitsgesetz enger unter seine Kontrolle brachte. Die USA beendeten den Sonderstatus des Sonderverwaltungsgebiets und damit Privilegien, die auch den Handelsaustausch betreffen. Insgesamt dürfte der Handel mit China zukünftig restriktiver reglementiert werden.

Die USA hatten sich mit China auf ein Teilabkommen zur Beendigung des Handelskonflikts geeinigt, das am 15. Januar 2020 unterzeichnet wurde. Darin verpflichtete sich China, Industriegüter, Energierohstoffe, Dienstleistungen und landwirtschaftliche Erzeugnisse im Wert von rund 200 Mrd US-Dollar zusätzlich aus den USA zu importieren.

Im Jahr 2000 nahmen die Exporte der USA nach China (nach US-Statistik) zwar um 17,1% zu, während die Importe der USA aus China um 3,6% sanken. Insgesamt verfehlte China seine vereinbarten Einfuhrziele jedoch deutlich, der Handelsüberschuss sank um lediglich 35 Mrd USD. Für das erste Quartal 2021 meldet die US-Statistik ein Exportwachstum von 58,2% Richtung China, die Importe legten jedoch mit 49,4% ähnlich stark zu. Das Handelsdefizit erhöhte sich wieder, und zwar um gut 24 Mrd USD bzw. 45,7%.