Indien litt im April und Mai heftig unter dem Coronavirus. Über 29 Millionen Infektionen waren bis Mitte Juni gemeldet. Doch die Lage scheint sich zu entspannen.

Deutsche Exporte nach Indien

(Veränderung gegenüber Vorjahr in %)

Quelle: Statistisches Bundesamt

Deutsche Exporte im Höhenflug

Die deutschen Exporte nach Indien erhöhten sich im April 2021 kräftig um 130,2% gegenüber dem Vorjahr. Für die ersten vier Monate 2021 ergibt sich ein Plus von 24,9%. 2020 waren die deutschen Exporte nach Indien insgesamt um 10,6% zurückgegangen. Auch im Mai dürfte der starke Zuwachs anhalten, da die Vergleichswerte im April und Mai um über 50% gegenüber 2019 reduziert waren.

Die deutschen Importe aus Indien stiegen im April 2021 um 43,0% gegenüber dem Vorjahr. Vonn Januar bis April 2021 betrug der Zuwachs 10,8%. Im Gesamtjahr 2020 waren sie um 5,6% gesunken.

Wirtschaft schrumpft deutlich

Indiens Wirtschaftsleistung ist im ersten Quartal des neuen Wirtschaftsjahres (April bis Juni 2020) um 23,9% gesunken. Im Sommerquartal folgte ein Rückgang um 7%. Damit verlief die Coronakrise deutlich schwerer, als es beispielsweise die OECD noch im Frühjahr erwartet hatte.

Der IWF ermittelt in seinem jüngsten Weltwirtschaftsausblick von April 2021 einen Rückgang der indischen Wirtschaftsleistung um 8,0%. Für 2021 wird ein Anstieg um 12,5% erwartet. Insbesondere die Daten des Einkaufsmanagerindexes und des Handels geben Anlass zu Optimismus. Allerdings kämpft das Land aktuell wieder mit hohen Infektionszahlen.

Außenhandel erlebt starke Korrektur

Die indischen Exporte stiegen im April 2021 kräftig um 197,0% gegenüber dem Vorjahr und immerhin um 16,0% im Vergleich zu April 2019. Bei den Importen betrug der Anstieg 166,0% zum Vorjahr und 7,2% zu April 2019. Das Handelsdefizit stieg wieder an.

Der indische Warenhandel war im vergangenen Wirtschaftsjahr (April 2020 bis März 2021) kräftig eingebrochen. Die Exporte sanken um 7,3% und die Importe um 18,0%. Dadurch verringerte sich das Defizit in der Handelsbilanz um 39% auf 98,6 Mrd USD und verringerte zumindest die Schieflage in der Leistungsbilanz.