Wenn die Spannung steigt, wachsen auch die Erwartungen. Für Brasilien geht es bei den Wahlen im Oktober um eine Richtungsentscheidung. Darf der frühere Präsident Lula da Silva noch einmal antreten – und für die Arbeiterpartei gewinnen? Oder setzt sich ein Kandidat der Opposition durch, der dem Land eine neue Weichenstellung ermöglicht? Brasilien kann sich jedenfalls in eine günstige Ausgangsposition bringen, wenn sich die etablierten Handelsbeziehungen zwischen den USA und China sowie der EU verschieben.

Neue Absatzchancen und höhere Preise

Bereits die ersten Scharmützel des drohenden Handelskonflikts haben Brasiliens Farmern neue Absatzmöglichkeiten eröffnet. Im Gegenzug zur Verhängung von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium durch die USA belegte China Soja aus den USA mit höheren Zöllen und bezieht seither offenbar größere Mengen des Getreides aus Brasilien. Darüber hinaus dürfte die wachsende Unsicherheit die Preise für manche Energie- und Agrarrohstoffe steigen lassen. Von der Außenwirtschaft kommen also positive Impulse.

Zurückhaltung der Privatwirtschaft

Eine größere Gefahr für die brasilianische Wirtschaft geht von einer Verschlechterung der Finanzierungskonditionen aus, die ein Handelskonflikt mit sich bringen könnte. So dürfte die Risikobereitschaft der Kreditgeber sinken und die Zinsen steigen. Aktuell sind die brasilianischen Zinsen etwas gesunken, da die Inflationsrate zurückgegangen ist. Eine Abwertung des Brasilianische Real würde diese Entwicklung drastisch umkehren.

Bereits für das erste Quartal 2018 sehen private Institute laut einem Bericht der GTAI eine verhaltene Investitionstätigkeit und eine schwächere Zunahme des Konsums. Wachstumsimpulse kommen insbesondere von der Agrarwirtschaft, während sich die Steigerungsrate der Industrieproduktion im Verlauf des ersten Quartals verringerte. Der Dienstleistungssektor stagnierte sogar gegenüber dem Vorquartal. Doch trotz des konjunkturellen Luftholens sind die Wachstumsaussichten für Brasilien 2018 und 2019 mit rund 3% recht ordentlich.

Markteintritt vorbereiten

Einen aktuellen Einblick in die politische und wirtschaftliche Situation vor Ort sowie fachkundige Einschätzungen der Marktchancen in dem größten lateinamerikanischen Markt bietet eine Veranstaltung des ExportManagers an 4. Juni in Frankfurt am Main. Gemeinsam mit dem Unternehmernetzwerk LIDE Deutschland sowie den Partnern Santander Bank und Messe München treffen sich Unternehmensvertreter zum Austausch. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten zur kostenlosen Teilnahme erhalten Sie über den hinterlegten Link.

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