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Deutsche Exporte in den Iran gesunken

Die US-Sanktionen gegen den Iran zeigen Wirkung. So ging die deutsche Ausfuhr in den Iran in den ersten sieben Monaten 2018 um 6,2% auf 1,5 Mrd EUR zurück. Auch die Nachbarstaaten am Persischen Golf erhielten deutlich weniger deutsche Lieferungen als in den ersten ­sieben Monaten 2017. In die Vereinigten Arabischen Emirate gingen 36,2% weniger Waren, Katar nahm 20,1% und Bahrain 14,3% weniger ab, die Ausfuhr in den Irak sank um 7,9% und die nach Kuwait um 2,1%.

Einfuhr steigt im Juli kräftig an

Dagegen scheinen die deutschen Importeure von der Beeinträchtigung des Zahlungsverkehrs mit dem Iran durch die US-Sanktionen nicht eingeschränkt zu sein. Die deutsche Einfuhr erhöhte sich in den ersten sieben Monaten 2018 um 28,6% gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Dieser Anstieg ging allein auf eine Zunahme der Einfuhren um 238,3% im Juli zurück. Offenbar importierte Deutschland eine außergewöhnlich große Menge Rohöl aus dem Iran, um der Verschärfung der US-Sanktionen zuvorzukommen. Doch auch andere Warengruppen müssen deutlich zugelegt haben. Die deutsche Einfuhr besteht zu je einem Drittel aus Erdöl und Erdölerzeugnissen sowie Gemüse und Früchten. Das restliche Drittel entfällt vor allem auf Rohstoffe tierischen und pflanzlichen Ursprungs, Eisen und Stahl, medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse sowie Spinnstoffwaren.

Nicht nur Rohöllieferungen legen zu 

Das BAFA weist für die Rohöleinfuhr aus Iran für Juli 2018 eine Menge von 181 t aus. Im Jahr zuvor waren es lediglich 86 t. Zudem war der Ölpreis im Juli durchschnittlich 47,3% höher als im Vorjahr. Daraus resultiert ein Importanstieg um 210%. Insgesamt wurde in den ersten sieben Monaten 2018 jedoch mit 221 t deutlich weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum (471t) importiert. Der Einfuhrwert sank trotz des gestiegenen Preises um 40%. Details zu den anderen Warengruppen im Iran-Handel liegen für Juli noch nicht vor. Doch weist die Gesamtentwicklung darauf hin, dass die deutschen Importeure von Gemüse und Früchten sowie den anderen relevanten Warengruppen vor Inkrafttreten der US-Sanktionen Anfang August deutlich höhere Bezüge aus dem Iran erhalten haben.

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