Nach dem Schock entstehen auch Chancen

Gunther Schilling, 24.06.2016. Die Briten haben mit knapper Mehrheit für den Ausstieg aus der Europäischen Union gestimmt. Nun beginnen die Abwicklungsarbeiten. Großbritannien ist ein wichtiger Abnehmer deutscher Produkte – im ersten Quartal 2016 gingen 7,7% der deutschen Warenexporte dorthin – und wichtigster Standort deutscher Direktinvestitionen nach den Niederlanden, den USA und Luxemburg. Diese Position sehen die Industrieverbände (VCI, VDMA und VDA) nun gefährdet.

Zunächst dürfte die Nachfrage leiden und die britische Währung an Kaufkraft verlieren. Doch die Attraktivität des Standorts für das produzierende Gewerbe könnte auf mittlere Sicht auch zunehmen. Wenn die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft TTIP zwischen den USA und der EU scheitert, könnte eine engere Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und den USA weitere Pluspunkte für die Insel bringen. Daniel Stelter empfiehlt hier, nach dem erwarteten Kurssturz Britische Pfund zu kaufen.

Wie sich der Ausstieg Großbritanniens letztlich realisiert, ob eine neue Vereinbarung wie mit der Schweiz und Norwegen oder anderen benachbarten Handelspartnern der EU getroffen werden kann, bleibt offen. Möglicherweise wird das Referendum am Ende nicht umgesetzt. Der britische Markt bleibt langfristig jedenfalls interessant und für viele Europäer ein lohnenswertes Ziel.

 

 

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