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Exporterfolge außerhalb der EU

Die positive Entwicklung des deutschen Außenhandels setzte sich auch zum Ende des erste Halbjahrs 2018 fort. Die Ausfuhr erhöhte sich um 7,8% gegenüber Vorjahr, die Einfuhr sogar um 10,1%. Unter dem Strich stand für die ersten sechs Monate ein Exportplus von 3,9% und eine Importzunahme von 4,8% gegenüber Vorjahr zu Buche. Die stärksten Zugewinne verzeichneten zuletzt die Lieferungen in Drittländer außerhalb der EU (+10,5% im Juni), die in den Monaten zuvor relativ niedrig waren (+1,9% im ersten Halbjahr). Weiterhin solide waren auch die Steigerungsraten innerhalb der Eurozone (Juni: +7,6%, 1. Halbjahr: + 6,3%). Lediglich die anderen EU-Länder erhöhten ihre Nachfrage unterdurchschnittlich (Juni: +3,0%, 1. Halbjahr: + 3,6%). Der deutsche Überschuss im Warenhandel ist zwar leicht gesunken, der Überschuss in der Leistungsbilanz steigt jedoch weiter an.

Ausblick eingetrübt

Mit Blick auf den Auftragseingang zeigen sich allerdings erste Eintrübungen der Exportaussichten. So sank der entsprechende Index für das verarbeitende Gewerbe im Juni im Vorjahresvergleich preisbereinigt um 0,8%. Da die Exportzahlen nicht preisbereinigt sind, kommt zum Rückgang der Aufträge noch der Preisanstieg hinzu. Gegen den Trend konnte der Maschinenbau allerdings einen kräftigen Zugewinn verbuchen. Die Aufträge erhöhten sich im Juni real um 13% gegenüber Vorjahr. Für das gesamte erste Halbjahr steht bei den Auslandsaufträgen ein Plus von 6% in den Büchern. Dies dürfte zumindest die Ausfuhr der deutschen Vorzeigebranche noch einige Monate steigen lassen. In der deutschen Automobilindustrie liegt der Auftragszuwachs aus dem Ausland in den ersten sieben Monaten 2018 immerhin noch bei 2%.

Schlüsselmärkte USA, Großbritannien und China

In den kommenden Monaten dürfte sich entscheiden, ob die USA und Großbritannien für deutsche Exporteure offen bleiben oder durch Zollschranken abgeschottet werden. Für den Absatz in China ist insbesondere der Marktzugang von dort in die USA ein entscheidender Bedeutung. Denn ein Einbruch des US-Exports der chinesischen Industrie würde auch die Nachfrage nach deutschen Investitionsgütern schwächen. Der damit verbundene Einkommensverlust würde sich auf die Inlandsnachfrage auswirken und wiederum auch deutsche Anbieter treffen.

 

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