Auf den Spielfeldern der Weltwirtschaft weht gerade ein rauer Wind. Die für Russland wichtigen Rohstoffmärkte bekommen Auftrieb von der robusten Konjunktur und der Einschränkung der Exportmöglichkeiten des Iran durch die US-Sanktionen.

Die Fußballweltmeisterschaft geht dem großen Finale entgegen. Russlands Mannschaft hat sich ehrenwert geschlagen und die Fußballfans begeistert. Doch in der harten wirtschaftlichen Realität hat der friedliche Wettstreit der Nationen Grenzen. Gerade hat die Europäische Kommission die Wirtschaftssanktionen gegen Russland bis zum 31. Januar 2019 verlängert. Und zwischen den USA und China eskaliert der Handelsstreit.

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Ölpreisanstieg füllt Reserven

Auf den Spielfeldern der Weltwirtschaft weht gerade ein rauer Wind. Die für Russland wichtigen Rohstoffmärkte bekommen Auftrieb von der robusten Konjunktur und der Einschränkung der Exportmöglichkeiten des Iran durch die US-Sanktionen. Zwar drängt der amerikanische Präsident Saudi-Arabien, den Ölpreisanstieg durch eine Ausweitung der Produktion zu begrenzen. Immerhin liegt der Preis für Brentöl aktuell mit rund 76 USD/Barrel 14% über dem Wert zu Jahresbeginn. Und der Aufwärtstrend dürfte sich fortsetzen. Dann könnte Russland seine Einnahmen erhöhen und seine Finanzreserven aufstocken.

Wachstum bleibt gebremst

Die US-Sanktionen gegen Russland treffen inzwischen auch gezielt Unternehmen, die nicht direkt in Verbindung zum Kreml stehen. Dies traf vorübergehend auch Beteiligungen russischer Investoren wie die Sulzer AG in der Schweiz und den russischen Aluminiumproduzenten Rusal. Ein weiteres Ziel amerikanischer Sanktionen ist die deutsch-russische Zusammenarbeit bei der Gaspipeline North Stream II. Die russische Wirtschaft hat sich zwar inzwischen an die Sanktionen angepasst, doch die Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Aktuell rechnen die Institute mit einer Zunahme des realen BIP von maximal 2% in den Jahren 2018 und 2019.

Handelskonflikt könnte Spielregeln ändern

Für Deutschland und China entsteht durch die Verhängung von Strafzöllen eine ähnliche Situation wie für Russland – jedoch auf der Exportseite statt auf der Importseite. Statt auf dringend benötigte Importe verzichten zu müssen, sind deutsche und chinesische Unternehmen in den mit Zöllen belasteten Branchen auf dem US-Markt weniger wettbewerbsfähig und müssen sich nach neuen Märkten umsehen. Dadurch dürfte die Bereitschaft der betroffenen Länder zur Zusammenarbeit mit den USA sinken und dem Ruf nach Aufhebung der Sanktionen gegen Russland Gewicht verleihen. Allerdings bleibt die gemeinsame Wertebasis des Westens ein gewichtiges Argument gegen eine zu starke Ausrichtung nach Eurasien.

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