Fällt eine wichtige Pumpe aus und streikt auch noch der Elektromotor, ist schneller Ersatz geboten. Was in Deutschland noch relativ einfach ist, kann bei einer Lieferung nach Russland – auch ohne Sanktionen – angesichts der Rechtslage und der Zollverwaltung zu langwierigen Verzögerungen führen. Dann sind verlässliche Lösungen gefragt. Michael Möller, Niederlassungsleiter der MT Logistik in Kelsterbach, sprach mit dem ExportManager über schnelle Lieferwege.


von Gunther Schilling, Leitender Redakteur ExportManager, FRANKFURT BUSINESS MEDIA

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Erleichtert reagierten die deutschen Pumpenhersteller vor einem Jahr auf die Korrektur der weitreichenden Sanktionen gegen die russische Erdölindustrie, die den Export von Pumpen sehr erschwert hatten. Doch weiterhin erreichen Pumpen und Motoren, die als Ersatzteile geliefert werden, nur dann den Empfänger in Russland, wenn die Lieferung und Verzollung gut vorbereitet werden.

„Wenn ein Monteur aus Deutschland in die russische Provinz fliegt und dringend ein Ersatzteil braucht, macht es keinen Sinn, eine Lieferung nach Moskau auf den Weg zu bringen, die dort abgeholt und verzollt werden muss.“ Michael Möller weiß, wovon er spricht. Seit 25 Jahren organisiert er Luftfracht nach Russland und leitet die für die GUS-Staaten zuständige Niederlassung der MT Logistik in Kelsterbach.

Nadelöhr ­Zollabfertigung

„Auch die Ein- und Ausfuhr der benötigten Werkzeuge sind nicht ohne weiteres möglich. Denn ein Carnet ATA, wie es bei Ausstellungsstücken für Messen üblich ist, wird in Russland nicht ohne weiteres akzeptiert.“ Um in Russland eine Zollabfertigung zu erreichen, muss eine russische juristische Person oder eine ausländische Repräsentanz in Russland als Importeur auftreten. Benötigt werden ein Kaufvertrag, eine Pro-forma-Rechnung, die Packliste und Frachtpapiere sowie Konformitätszertifikate und Ursprungsnachweise in russischer Sprache. Dafür sollte man erfahrene Zollbroker einbinden.

Bei einer Lieferung per DDP (Incoterm: Delivery Duty Paid) kümmert sich der Spediteur im Auftrag des Verkäufers auch um die Verzollung. Allerdings ist dies nicht so einfach. Daher empfiehlt beispielsweise der Maschinenbauverband VDMA: Akzeptieren Sie DDP nur nach interner Rücksprache. Für MT Logistik gehört die Lieferung bis an den Einsatzort zum Tagesgeschäft. Die Laufzeiten in Russland bewegen sich von zwei bis drei Werktagen nach Moskau bis zu fünf Werktage nach Wladiwostok.

Sicherheit und Compliance

MT Logistik sieht sich als hochspezialisierter Nischenanbieter, der Lieferungen möglich machen kann, die von den großen Speditionen oder auch Paketdiensten nicht immer angeboten oder nicht erfolgreich umgesetzt würden. „Der Transport in die Staaten der ehemaligen Sowjetunion oder aus dieser Region nach Deutschland folgt eigenen Gesetzen und Spielregeln. Eine sichere Logistik Richtung Osten über die Ukraine hinaus zu realisieren erfordert spezielles Know-how und beste Kontakte, damit Güter termingerecht ankommen.“
Ein entscheidender Vorteil der DDP-Lieferung ist die sichere Einhaltung der Compliance z.B. hinsichtlich Exportkontrolle, Zoll und Korruptionsvermeidung. Die Spedition übernimmt sowohl aus Sicht des deutschen Lieferanten als auch aus der des russischen Kunden und der zuständigen Behörden die Gewähr für eine rechtskonforme Abwicklung. Dafür sind jedoch umfangreiche Vorprüfungen notwendig, die eine frühzeitige Einbindung der Spedition erfordern.

Weitere Informationen erhalten Sie gerne auf Anfrage: mmoeller@mt-logistik.de

Kontakt: gunther.schilling@frankfurt-bm.com

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