Am vergangenen Freitag verkündete das Department of the Treasury’s Office of Foreign Assets Control (OFAC) neue Sanktionen gegen russische Personen und Firmen. Die Auswirkungen der US-Sanktionen sind erheblich.

Der neu auf die OFAC-Liste gesetzte Viktor Vekselberg gab Anfang dieser Woche seine Aktienmehrheit am Schweizer Pumpenhersteller Sulzer ab. Damit sollten dem Unternehmen Nachteile im internationalen Geschäft erspart werden. Doch auch der Verkauf könnte den Sanktionen unterfallen und ist daher noch nicht durchgeführt. Die Aufnahme des Aluminiumkonzerns Rusal und seines Eigentümers Oleg Deripaskas auf die OFAC-Liste halbierte den Kurs des Unternehmens an der Börse Hongkong. An der russischen Börse fiel der RTS-Index am Montag um fast 12%. Der Euro verteuerte sich gegenüber dem Russischen Rubel um 3%.

US-Sanktionen nehmen Oligarchen in Haftung

In einer begleitenden Pressemitteilung wirft der amerikanische Finanzminister Steve Mnuchin der russischen Regierung vor, Oligarchen und Regierungseliten zu begünstigen und weltweit bösartige Aktivitäten zu betreiben Dazu zählt er neben der Besetzung der Krim und der Gewalt in der Ostukraine die Unterstützung des Assad-Regimes, die Untergrabung westlicher Demokratien sowie bösartige Cyber-Angriffe. Russische Oligarchen und Eliten, die von diesem korrupten Regime profitierten, würden nicht länger von den Konsequenzen der destabilisierenden Aktivitäten der Regierung ausgenommen.

Aluminium vor Turbulenzen

Die US-Zölle auf Aluminium und Stahl haben den Weltmarkt für diese Produkte bereits in Bewegung gebracht. Nun dürfte sich der faktische Ausschluss russischen Aluminiums von Geschäften in US-Dollar und dem Handel mit den USA noch deutlicher auswirken. Rusal liefert nicht nur einen erheblichen Teil seines Aluminiums in die USA und in die EU. Das Unternehmen finanziert sich auch bei westlichen Banken. Wenn die EU den US-Sanktionen folgt, könnte es eng werden für Rusal und einen erheblichen Teil der russischen Wirtschaft.

Handelskrieg nimmt Formen an

Dass US-Präsident Trump am Vortag weitere Zölle gegen chinesische Produkte ankündete, unterstreicht die Brisanz der aktuellen US-Sanktionen. Auch die deutsche Automobilindustrie ist wieder in den Fokus der US-Handelspolitik geraten. Chinas Staatspräsident Xi spricht bereits von Zollsenkungen für amerikanische Autos. Damit scheint sich das aggressive Vorgehen der USA auszuzahlen – zumindest bei den Handelspartnern, die über Verhandlungsmasse verfügen. Russland kann den US-Sanktionen dagegen kaum etwas entgegensetzen.

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