Während es auf den Weltmärkten turbulent zugeht, stabilisiert sich die Lage in den USA. Niedrigere Energiepreise, ein positives Wirtschaftswachstum und eine etablierte Community: Für deutsche Firmen bietet der US-amerikanische Markt viele Vorteile. Dafür bedarf es auch einer passgenauen Finanzierung.

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Die USA bleiben auch in der Krise das wichtigste Exportland für deutsche Unternehmen: Laut Statistischem Bundesamt haben sie im Jahr 2021 Waren im Wert von 122,1 Mrd Euro in die Vereinigten Staaten exportiert – damit rangieren die USA auf dem ersten Platz der Ausfuhrstatistik. 2022 sind die Exporte im Vergleich zum Vorjahr weiter angestiegen: So lieferten deutsche Unternehmen allein im September 2022 Güter im Wert von 15,4 Mrd Euro in das nordamerikanische Land. Das sind 43,7% mehr als im September 2021.

Auch die Auslandshandelskammer (AHK) in den USA, die German American Chamber of Commerce (GACC), unterstreicht dies in ihrer Publikation „German American Business Outlook“: Die Geschäfte liefen bestens. 93% aller befragten deutschen Unternehmen in den USA erwarteten dort in diesem Jahr steigende Umsätze. 78% planten, 2022 mehr zu investieren als im Vorjahr. 22% der Unternehmen hätten sogar vor, in den kommenden drei Jahren mehr als 10 Mio USD zu investieren.

Deutsche FDI in die USA florieren

Das spiegeln auch die „foreign direct investments“ (FDI) in die USA wider: Deutsche FDI machen 12,2% aller FDI in die USA aus. Damit ist die Bundesrepublik die drittgrößte FDI-Quelle in den USA. Und: Die deutschen FDI steigen kontinuierlich an. So flossen nach Berechnungen von Statista zwischen 2000 und 2020 insgesamt rund 348 Mrd USD an deutschen Investitionen in die USA – ein Jahr später waren es bereits 404 Mrd USD. Für 2022 geht die GACC davon aus, dass dieser Wert weiter ansteigen wird.

Die globale Lage hat sich im Laufe dieses Jahres jedoch bekanntermaßen verändert. Durch den Krieg in der Ukraine sind geopolitische Faktoren auch in Geschäftsbeziehungen wieder wichtiger geworden. Für die USA bedeutet das: Sie haben sich in den vergangenen Monaten zum sicheren Hafen für internationale Unternehmen entwickelt. Zwar ist auch das nordamerikanische Land nicht gänzlich von den Turbulenzen verschont geblieben und es gibt global betrachtet Märkte mit höheren Wachstumsraten. Insgesamt hat sich der US-amerikanische Markt aber als stabil erwiesen und verfügt im Vergleich zu anderen Märkten über ein etabliertes politisches und wirtschaftliches System, das dem europäischen in vielen Aspekten ähnelt. Das macht die Marktentwicklungen für deutsche Unternehmen vorhersehbarer.

Kurzum: Die gesamtwirtschaftliche Lage ist in den USA gut, im Vergleich zu Europa sind die Wachstumsraten höher und die Inflationsraten niedriger. So betrug das Wirtschaftswachstum gemessen anhand des BIP 2021 stattliche 5,6%. Auch die Prognose für 2022 fällt positiv aus: Experten erwarten 3,7% und auch für die kommenden Jahre ein zwar leicht rückläufiges, aber weiterhin positives Wachstum in den USA. Der US-Dollar wird laut Finanzmarktprognosen auch künftig stark bleiben. Die Inflationsrate lag im Juni 2022 bei ihrem Höchststand von 9% und ist seitdem rückläufig. Zudem ist das Land trotz innenpolitischer Spannungen keinesfalls von einem Zerfall bedroht, wie hier und da spekuliert wird.

Gute Rahmenbedingungen und eine starke deutsche Community

So haben viele deutsche Unternehmen die unsichere Lage am Weltmarkt in diesem Jahr als Aufforderung verstanden, in den USA zu expandieren und damit unabhängiger von Verwerfungen auf dem europäischen und asiatischen Markt zu werden. Dafür spricht viel: Nicht nur sind die USA mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 23 Bio USD im Jahr 2021 weiterhin die größte Volkswirtschaft der Welt. Vor allem der Umstand, dass die Energiepreise in den vergangenen Jahren auf einem wesentlich niedrigeren Niveau verblieben sind als in europäischen Ländern, spricht für die USA als Zielmarkt.

Zudem gibt es eine qualitativ hochwertige digitale Infrastruktur und US-amerikanische Bundesstaaten schaffen gezielt vielversprechende Rahmenbedingungen für ausländische Unternehmer. Dazu kommt, dass das Wachstum des US-Marktes in der Regel höher ausfällt als in Deutschland und Europa. Und die rechtlichen Rahmenbedingungen sind für deutsche Unternehmen in den USA um ein Vielfaches einfacher zu durchschauen als in anderen Weltregionen. Ein weiterer Vorteil für deutsche Unternehmer ist die etablierte Community: Rund 3.500 deutsche Firmen sind laut der American Chamber of Commerce in Germany (AmCham Germany) bereits auf dem US-Markt vertreten.

Vorteile lokaler Finanzierungen

Wer investieren will, benötigt dafür natürlich eine passende Finanzierung. In vielen Fällen bietet eine lokale Finanzierung Vorteile gegenüber einer Intercompany-Finanzierung, denn: Für die kreditgebende Muttergesellschaft kann es dabei zu bilanziellen Nachteilen kommen. Ebenso bringen Intercompany-Finanzierungen teilweise Problematiken bei den Verrechnungspreisen sowie Währungsrisiken mit sich.

Lokale Finanzierungslösungen sind deshalb häufig die bessere Option. Die LBBW finanziert Tochtergesellschaften von Firmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, mitunter auch aus ganz Europa. Lokale Verträge können hier zahlreiche Vorteile bringen. So kann die Bank vor Ort in den USA ihren Kunden mit einer passgenauen Lösung unterstützen. Von einfachen bilateralen Lösungen bis zu Finanzierungen, die in eine Konsortialstruktur eingebettet sind (Local Facilities oder Ancillary Facilities sowie Swingline Concept) ist alles möglich. Außerdem begleitet die LBBW auch bei Acquisition Finance sowie bei komplexen Projekt- oder Exportfinanzierungen.

Marktpräsenz in der Finanzmetropole New York

Hier kann die LBBW als auf dem Markt versierter Partner die richtige Finanzierung bereitstellen und das Unternehmenswachstum nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA und Kanada begleiten. Um Kunden in Nordamerika bestmöglich zu bedienen, verfügt die LBBW in puncto Unternehmensfinanzierung über eine Vollbanklizenz und ein vollständig bilinguales Team aus deutschen und lokalen Experten. Zudem blickt der Standort im Herzen von New York auf 25 Jahre Marktpräsenz und Erfahrung über mehrere Konjunkturzyklen hinweg zurück.

Die Experten in New York unterstützen Kunden aus dem deutschsprachigen und europäischen Raum u.a. in Sachen Markteintritt und informieren über die aktuelle Wirtschaftslage sowie das regulatorische Umfeld. Und: Sie vermitteln Kontakte zu lokalen Netzwerken, Behörden und Dienstleistern. Einzig den Zahlungsverkehr übernimmt die LBBW in Nordamerika nicht. Dazu legen Kunden der Landesbank ein Konto bei einer US-amerikanischen Bank an – ein Schritt, der bei einer Expansion ohnehin früher oder später erfolgen muss. Eine Partnerschaft vor Ort braucht nämlich nicht nur einen zuverlässigen Bankpartner. Der kann allerdings der Ankerpunkt im sicheren Hafen USA sein.

tobias.nafe@lbbw.com

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