Im November schlugen die US-Sanktionen gegen Erdölindustrie und Finanztransaktionen durch und ließen den deutschen Außenhandel mit dem Iran kräftig sinken. Der Ausblick für das Iran-Geschäft bleibt stark eingetrübt.

Die kurze Belebung ist vorbei: Deutsche Unternehmen ziehen sich aus dem Iran-Geschäft zurück. Zu riskant erscheint die Drohung mit dem US-Recht, die ausländische Unternehmen am Handel mit dem Iran hindern soll. Die Wiedereinführung der Sekundärsanktionen erfolgte in zwei Schritten am 6. August und am 4. November 2018. Insbesondere die jüngste Verschärfung hat es in sich.

Handel halbiert sich

Im Jahresverlauf 2018 zeigten die deutschen Exporte in den Iran noch eine relativ robuste Entwicklung. Der Negativtrend war allerdings deutlich sichtbar. Doch im November schlugen die US-Sanktionen gegen die Erdölindustrie und Finanztransaktionen richtig durch und ließen den deutschen Außenhandel mit dem Iran kräftig sinken. Denn auch deutsche Unternehmen müssen das US-Recht fürchten. Der deutsche Export ging um 43,4% zurück, die Importe fielen um 59,7%. Für die ersten elf Monate ergab sich bei den deutschen Exporten in den Iran insgesamt ein Minus von 1,8% gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Auf der Importseite stand ein Plus von 8,2% zu Buche. Doch der Trend zeigt deutlich nach unten.

Irans Wirtschaft schrumpft

Der kurze Aufschwung nach dem Atomabkommen 2016 ist vorbei. In den Jahren 2016/2017 und 2017/2018 (jeweils 21.3. bis 20.3.) wuchs die Wirtschaft des Iran real um 13,4% bzw. 3,8%. Für 2018/2019 rechnet die Weltbank mit einem Rückgang des realen BIP um 1,5% und für 2019/2020 mit einem Minus von 3,6%. Die Importe sinken in diesen beiden Jahren um 27,1% bzw. 25,3%. Das dürfte auch die Entwicklung der deutschen Exporte in den Iran 2019 deutlich bremsen. Erst 2020 ist mit einer Stabilisierung zu rechnen. Vor allem der Rückgang der Ölexporte, die von den US-Sanktionen besonders stark betroffen sind, wirkt sich massiv auf die Wirtschaft aus.

Neue Kooperationspartner?

Für die begonnene Modernisierung der iranischen Industrie und der Flugzeugflotte muss der Iran nun auf andere Lieferanten hoffen. Russland und China dürften sich weiter im Iran engagieren, sofern die politischen Kosten nicht zu hoch sind. Der Druck der USA auf die beiden Länder ist anhaltend hoch. Die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Telekommunikationsausrüsters Huawei in Kanada zeigt die Entschlossenheit der US-Behörden zur Durchsetzung der Sanktionen gegen den Iran.

 

 

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