Die Exporterwartungen haben sich in den vergangenen  Monaten deutlich verschlechtert. Vor allem in der Autoindustrie sind die Exporterfolge bedroht. Insbesondere die Drohung höherer US-Zölle auf Autos belastet die Aussichten. Aber auch die Ausfuhr von Stahl und Aluminium wird schwieriger.

Die Geschäftserwartungen in den deutschen Unternehmen trübt sich weiter ein. Besonders die Exporterwartungen haben sich in den vergangenen  Monaten deutlich verschlechtert. Das ifo Institut ermittelte für Mai einen Indexwert von 13,6 Punkten nach 15,6 Punkten im April. Vor allem in der Autoindustrie sind die Exporterfolge bedroht. Das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld, insbesondere die Drohung höherer US-Zölle auf Autos, dürfte dafür verantwortlich sein. Etwas besser sieht es in den beiden anderen führenden Exportbranchen aus. Die Ausfuhr der Elektroindustrie und des Maschinenbaus dürften weiter zulegen, wenn auch nicht mehr so stark wie bislang erhofft.

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Mit Blick auf die aktuelle Exportentwicklung zeigt sich bereits ein Wechsel in der Dynamik: Während die deutschen Exporte in die USA im ersten Quartal 2018 um 3,4% sanken, legten sie in der EU um 5,1% zu. Der Anteil der EU am deutschen Export erreichte wieder 60%, nachdem er 2017 nur noch bei 58,6% gelegen hatte. Auch China erhöht seine Bedeutung als Absatzmarkt. Die deutsche Exporte dorthin stiegen in den ersten drei Monaten um 8,1%. Doch auch dort drohen bei einem Handelskonflikt mit den USA Einbußen deutscher Lieferanten. Als weitere Achillesferse für den deutschen Export muss inzwischen Italien gelten. Das Land verzeichnete zuletzt noch ein Plus von 8,8% bei den Lieferungen aus Deutschland. Doch eine Staats- und Finanzkrise, die sich inzwischen am Horizont abzeichnet, würde die EU stark belasten. Vor allem französische Banken müssten um hohe Forderungen bangen und könnten auch die Wirtschaft in Frankreich in Mitleidenschaft ziehen.

Unter den außereuropäischen Märkten sticht Brasilien hervor, das seine Bezüge aus Deutschland von Januar bis März um 14,3% erhöht hat. Dort lähmt aktuell ein Streik der Lastwagenfahrer die Versorgung. Auch in der Türkei droht ein kräftiger deutscher Exportzuwachs von 8,0% im ersten Jahresviertel im weiteren Jahresverlauf eine deutliche Korrektur. Die starke Abwertung der Lira könnte zu Finanzierungsengpässen führen. Die deutschen Exporte nach Russland waren bereits im März wieder auf dem Rückzug, nachdem für die ersten drei Monate noch ein Plus von 0,3% zu Buche stand. Noch stärker machte sich die Zurückhaltung im Iran-Geschäft bemerkbar. Dort sanken die deutschen Lieferungen im März um 17,4% und im gesamten ersten Quartal um 0,8% gegenüber Vorjahr.

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