Beim Export in Länder des arabischen Raums und in den Iran ist es wichtig, die jeweiligen Importbestimmungen genau zu beachten. Dazu zählen unter anderem die aktuellen Inspektions- und Zertifizierungsvorschriften. Reiner Ripcke, Verkaufsleiter für die Fachbereiche Industrieabnahmen, Minerals, SGS Germany GmbH, gibt einen Überblick über die Zertifizierungsanforderungen in einzelnen wichtigen Märkten der Region.

Von Reiner Ripcke, Verkaufsleiter Industrieabnahmen, Minerals, SGS Germany GmbH

Für den Erfolg eines exportorientierten Unternehmens ist nicht allein der Verkauf ausschlaggebend. Auch die Abwicklung der Aufträge ist von entscheidender Bedeutung. Hier kann viel Geld „verbrannt“ werden.

Zusätzlich zu allen notwendigen Dokumenten, die in der Regel zu erstellen oder zu beschaffen sind, werden immer häufiger Zertifikate vom Empfängerland gefordert. Hier empfiehlt sich für den Exporteur ein Blick in die „Konsulats- und Mustervorschriften“, kurz „K und M“ genannt. Darin sind für alle Länder die geforderten Dokumente mit allen wichtigen Bestimmungen aufgelistet.

Die Länder haben ganz unterschiedliche Gründe, warum sie eine Pflicht zur Zertifizierung für Importe aussprechen. Dies können Gründe der Devisenkontrolle, der Zollkontrolle und ganz häufig des Verbraucherschutzes sein. Meist existieren Bestimmungen, nach denen Produkte, die in den Markt eingeführt werden, nationale bzw. internationale Normen erfüllen müssen. Es sei darauf hingewiesen, dass auch die EU mit dem CE-Kennzeichen den Verbraucherschutz im Sinn hat.

In der Folge geben wir eine Übersicht über die Länder in der Golfregion, die derzeit eine Zertifizierung vorschreiben. Da es hier täglich zu Änderungen kommen kann, empfiehlt sich wiederum ein Blick in die „K und M“, ein Anruf bei der zuständigen IHK oder auch gerne beim Verfasser. Änderungen können Länder betreffen, die neu hinzukommen, die die Zertifizierungspflicht komplett aussetzen, oder die einzelne Warengruppen aus der Zertifizierungspflicht herausnehmen oder auch neu aufnehmen.

Algerien

  • fordert ein Certificat de Contrôle de Qualité de la Marchandise
  • kennt Ausnahmen nur für einige Rohstoffe und Medikamente
  • lässt den Exporteur entscheiden, welche Organisation die Prüfung durchführt

Iran

  • fordert in der Regel ein „Original Inspection Certificate“
  • kennt viele Ausnahmen
  • erwartet teilweise zusätzlich eine Produktzertifizierung (Certificate of Conformity)* lässt den Importeur die Inspektionsgesellschaft aussuchen

Kuwait

  • fordert einen „Technical Inspection Report“ (TIR) und einen „Technical Evaluation Report“ (TER)
  • kennt kaum Ausnahmen
  • lässt den Exporteur entscheiden, welche Organisation die Prüfung durchführt

Saudi Arabien

  • fordert ein „Certificate of Conformity“ (CoC)
  • kennt kaum Ausnahmen
  • lässt den Exporteur entscheiden, welche Organisation die Prüfung durchführt

Syrien

  • fordert ein „Certificate of Conformity“ (CoC) und
  • ein „Validation Opinion Report” (VOR)
  • kennt einige Ausnahmen
  • hat eine Untergrenze von 3.000 US$ festgelegt
  • verlangt besondere Markierungen (Ursprung, Mindesthaltbarkeitsdatum)
  • verbietet Handelsware mit Ursprung China
  • lässt den Exporteur entscheiden, welche Organisation die Prüfung durchführt.

Kontakt: reiner.ripcke[at]sgs.com

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